Jürgen Dressel, Ph.D. (Ohio St. Univ.)
European Patent Attorney

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Jürgen Dressel studierte bis nach dem Vordiplom Chemie in Erlangen, ging dann als Fulbright-Stipendiat  an die The Ohio State University in Columbus, Ohio, USA und promovierte dort 1987 bei Prof. Leo Paquette über ‚Through-bond interaction of two mutually perpendicular π-ribbons through a cyclobutane relay‘, einem Organische Synthese-Thema mit physikalisch-/theoretisch-chemischen Aspekten.

An der ETH Zürich folgte bei Prof. Duilio Arigoni ein Postdoc über die Biosynthese von Ergotalkaloiden mittels Verfütterung radioaktiv markierter, potentieller Zwischenstufen an Mutterkornpilze.

Von 1988 bis 1997 arbeitete er als medizinischer Chemiker in der Pharmaforschung der Bayer AG in Wuppertal. Neben der Wirkstoffsynthese für Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf  den Gebieten kardiovaskulärer und ZNS-Erkrankungen. Außerdem betreute er chemisch den Grundlagenforschungsarbeitskreis ZNS zur Ermittlung und Beurteilung neuer, medikamentöser Therapieansätze. Er ist auf zahlreichen Patenten als Erfinder genannt.

Nach dem Wechsel in die Pharmagruppe der Bayer-Patent- und Lizenzabteilung qualifizierte er sich 2000 als zugelassener Vertreter vor dem Europäischen Patentamt (Mentor Peter Roos). Unter anderem entwarf er Patentanmeldungen auf dem pharmazeutischen Gebiet, führte internationale Patentprüfungsverfahren, machte Patentportfolio-Analysen und -Optimierung für Bayer-Medikamente, koordinierte schließlich die Verteidigung des Viagra®-Konkurrenten Levitra® gegen ein dominierendes Second Medical Use-Patent von Pfizer beim EPA, in Brasilien und Mexiko.

2002 trat er in die Generika-Patentgruppe von Novartis in Basel ein, fertigte dort  Freedom-to-operate-Analysen und -Strategien für generische Wirkstoffe an und führte Nichtigkeits- und Verletzungsverfahren in diversen europäischen Ländern und Argentinien.

2004 wechselte er in den Originatorbereich der Novartispatentabteilung und wurde dort als Head of Primary Care Patents zuständig für alle therapeutischen Gebiete von Novartis außer Onkologie mit Patentanwälten an mehreren Standorten in der Schweiz, USA, Großbritannien und Österreich. Als Head of Global Patent Litigation ex US koordinierte er dann innerhalb von Novartis Pharma die internationalen Patentstreitverfahren außerhalb der USA, als Head of Global Patent Litigation Strategy in Pharma unterstützte er die Vorbereitung von internationalen Patentstreitverfahren.

Auf vielen internationalen Patentkonferenzen referierte er über und diskutierte Patentthemen, organisierte in Zusammenarbeit mit dem Generikahersteller Teva und Sir Robin Jacob, ehemaliger Richter am Court of Appeal in London, fachübergreifende Konferenzen über Second Medical Use-Patente, war als Mitglied im Aufsichtsrat des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb und ist Vizepräsident des Arbeitskreises Patentgerichtswesen in Deutschland e.V., der sich zum Ziel gesetzt hat, wichtige Patententscheidungen vor allem des Bundesgerichtshofs in englischer Sprache zur Verfügung zu stellen. 2013 wurde er vom Magazin Managing Intellectual Property zu einem der Top 50 Most Influential People in IP gewählt.

Seit 2019 ist er pensioniert und freiberuflich beratend auf dem Gebiet von Patentstreitverfahren tätig.